Malzeit!
24Sieben Malzeit!
Das Jahr neigt sich dem Ende und die drei Schmaddermaxxn haben sich eine kleine Pause von all dem Troubel gegönnt. Jetzt ist es an der Zeit die Bücher aufzuräumen, die vielen Skizzen wegzusortieren, die alten Sneakers zu entsorgen und sich neue an die Füße zu schnüren um frisch geputzt und voller neuer Ideen ins neue Jahr zu starten.
Ein kurzer wehmütiger Rückblick sei jedoch gestattet.
Wir starteten das Jahr mit einem Besuch im hohen Norden.
Ziel war die Lackiererei Grundt. Der Chef hatte einen neuen Abschlepper anfertigen lassen und wollte in diesem Zusammenhang nicht auf eine standesgemäße Airbrusch-Lackierung verzichten. So kamen die Schmierfinken in den Norden um den großen weißen Mercedes in ein Unikat zu verwandeln.
Bereits einen Tag zuvor bereiteten die Schmierfinken ihr vom Vorjahr geplagtes Werkzeug vor, reinigten Pistolen und Farbtöpfen und luden den ganzen Krempel in einen für die Jahreszeit viel zu tiefen E34. Eigentlich nicht das richtige Baustellenfahrzeug, aber zwischen 2009 & 2010 ging eine Motorschadenepedemie durch unsere Reihen und streckte zwei von unseren Autos nieder. Der von Timo & Charly (www.stylez-customs.de) umgebaute BMW war der einzige fahrbare Untersatz, den wir zur Verfügung hatten.
Wir mussten einige Auf- und Einfahrten leider umgehen, dass unser Hocker nicht ohne die Heckschürze zu verlieren die 10 Grad Steigung erklimmen konnte. Aber wir kamen an, packten aus und gingen gleich ans Werk.
Jedoch nur um zu merken, dass wir Trottel all unsere schön gereinigten Farbtöpfen in Berlin haben liegenlassen.
Also rein in den BMW, ab nach Hamburg und den nächst besten Airbrushzubehörshop geplündert. Magere 8 Töpfen war unsere Ausbeute. Normalerweise haben wir dreimal soviel dabei. Aber es ging und wir zauberten auf dem weißen Mercedes ein niedliches “Angel-Devil” Airbrush.
Zurück in Berlin begannen wir die Arbeiten an unserem nächsten großen Projekt.
Wir fuhren mal wieder nach Prenzlau. Zu unserem liebsten Ferienlager, der Uckerwelle.
Die fleißigen Bienchen dort waren nicht untätig und eröffneten gegenüber der Uckerwelle ein Restaurant und ein Freizeitzentrum für Kinder. Und so packten wir diesmal ein paar Kisten Dosen und Streiche in den Kofferraum und machten uns auf den Weg nach Prenzlau.
Die Eislauf-Rollschubahn verzierten wir mit einem kunterbunten Eislauf-Rollschuhspektakel. Auf den Wänden des neuen Restaurants ließen wir es etwas ruhiger angehen. Die Wandgestaltung in warmen Brauntönen schuf in dem großen Raum eine angenehme Atmosphäre. Um unsere Gestaltung nach außen zu tragen ließen wir uns etwas besonderes Einfallen. Wir führten das Motiv auf den Fenstern weiter. Jedoch einfarbig mit weißer und halbtransparenter Folie. An dieser Stelle sei gesagt, dass es eine ziemlich blöde Idee ist, Fenster in einem wenig beheizten Raum und bei sibirischen Außentemperaturen bekleben zu wollen. Mit Heißluftföhnen, großen Baustrahlern und ein paar warmen Worten gelang es uns dann aber schließlich doch das Wasser unter den Folien trocknen zu lassen.
Da wir sowieso komplett Eingeschneit waren kam es auf die “paar” Stunden mehr nicht an.
Ohne Pause ging es gleich weiter zu einem lustigen TV Projekt.
Eine Produktionsfirma (den Namen behalten wir hier mal für uns) rief uns an und fragte ob wir nicht bei der Verschönerung von einem Berliner Solarium helfen könnten. Als wir in Köpenick ankamen wurden wir von Svitlana & Franky, die beiden Betreiber des Studios herzlich empfangen. Leider wollten die sogenannten TV-Helfer uns nicht entlohnen und so verschwanden wir aus der TV-Produktion und die beiden Besitzer des Studios heuerten uns auf eigene Faust an. In nur zwei sehr langen Tagen und Nächten haben wir dennoch unser Bestes gegeben und auf den Wänden wie immer Graffiti vom Feinsten hinterlassen.
Für uns eins der schönsten Solarien die wir bis dahin gemacht haben.
Wir warteten immer noch auf das schöne Wetter, aber die Winter blieb hartnäckig. Also mussten wir weiter auf Innenraum oder Airbrusharbeiten ausweichen. Rein ins Auto und ab nach Bielefeld. Bei unserer Partnerwerkstatt Schulz in Bielefeld wartete ein großer T5 Bus und eine A-Klasse auf die drei Schmierfinken. Drachen, Design und nebenbei noch die OPC Color Race Serie geburnt. Bielefeld war lustig.
War war da nur los mit dem Wetter. Immernoch schweinekalt und feucht draussen. Dabei warteten doch schon einige Fassaden darauf in feinstem Aerosoul zu baden.
Naja… gar nicht schlimm. Wir hatten die Bude voll. Nachdem im letzten Jahr der Pioneer Pornohocker auf so einigen Messen und Tankstellen für Aufruhr gesorgt hatte und schlussendlich doch im Graben landete ließen wir das diesjährige Pinoneer Showcar etwas seriöser daherkommen. Anstatt nach Eiern zu suchen verbrachten wir das Osterwochenende damit dem Pioneer LasVegas Boombox Showcar eine anständige Designlackierung zu verpassen.
Doch dann war es endlich soweit, die Wolken verzogen sich und die Sonne kam raus. Also Dosen in den Kofferraum und auf nach Prenzelberg von die Fassade des Subculture Tattoostudio schon auf uns wartete. Gleich am ersten Tag in T-Shirt -- Yeah! Was für ein Spass, der uns bereits am nächsten Tag verging. Zwar regenete es nicht ununterbrochen aber kalt war es trotzdem. Alos haben wir die Zähne zusammengebissen uns mit Kaffe gewärmt und das Ding durchgezogen. Hat zwar ganz schön lange gedauert aber dafür war es ein schöner Start in die neue Graffitisaison.
Da klingelte das Telefon. Ein gewisser Herr Ikea fragte uns ob wir nicht Lust hätten an einer Ausschreibung für die Graffitigestaltung der Unterführung zum IKEA Tempelhof teilzunehmen.
Klar hatten wir Lust und zu unserer Freude gewannen wir das Ding sogar. Also wieder Dosen gepackt und mit Tory & Zwick im Gepäck ab nach Tempelhof. Knapp 200 Quadratmeter Sichtbeton. Ein ganz schöner Klopper, aber mit tatkräftiger Unterstützung der beiden Innerfielder war das ganze kein Problem. Trotz einiger Regentage und Bauchschmerzen durch die HotDog-Flatrate war das Projekt innerhalb von zwei Wochen erledigt und die IKEA -- Laufkunden hatten einen Farbenfrohen Eingang zu dem Möbelmarkt in Tempelhof.
Anschließend ging es sofort wieder an die Skizzenbücher.
In unserer Heimatstadt Frankfurt Oder wartete eine weitere 200 Quadratmeter Fassade auf uns.
Nachdem die Sonne nur endgültig die Oberhand hatte und wir unsere Vorbereitungen abgeschlossen hatten, ging es also nach Frankfurt auf eine 8-stöckige Rüstung um der Fassade des Jump Wohnheims mit Farbe zu Leibe zurücken. Trotz über 30 Grad und nerviger Vuvuzelas war die Celebration Generation nach knapp zwei Wochen, 3 Flaschen Sonnenschutz, 6 x Sonnenbrand, zwanzig Kästen Wasser und hunderte Sprühdosen fertig.
Zurück in Berlin hieß es auch nur kurz Klamotten waschen, Duschen, wieder packen und ab nach Buckow. Dort gestalteten wir die Fassade der freiwilligen Feuerwehr. Ein kurzes Intermezzo jedoch eine spaßige Angelegenheit, auch wenn die Rüstung gefühlte 2m von der Wand entfernt stand. Gleichzeitig restaurierten wie den Schriftzug an der alten Buckower Mühle.
Zwischendurch nahmen wir uns noch ein Wochenende Zeit um die Fassade des McDonalds Finowfurt mit einer “leicht provokanten” Wandgestaltung zu versehen.
Im Juli eröffnete Sido sein Studio in der Ruppiner Straße (ichundmeinekatze.de). Das Logo, die Katze und Webseite kamen von uns und einige kleine Feinheiten in dem neuen Studio auch. Jörni ist dort neben Sido natürlich regelmäßig anzutreffen und zaubert feinste XI-Designs auf die Haut vieler glücklicher Kunden.
Für das Tätowier Magazin gestalteten wir die Printanzeige von Sidos Studio und auch die Rückseite des Berlin City Guide ziert eine von uns gestaltete Anzeige.
Nebenbei bereiteten wir unser nächstes Projekt vor.
Nachdem wie den verregneten Juli in unseren Büros verbracht hatten und unzählige Stunden auf den Monitor starrten, ging es im August wieder auf Tour.
Ziel war die Firma Capron in Neustadt im schönen Sachsen. Dort werden die Wohnmobile von Sunlight hergestellt. Und in diesem Jahr sollte das Highlight des Messestandes auf dem Düsseldorfer Caravan Salon ein komplett in Airbrush Design gehülltes Wohnmobil sein.
Im Gegensatz zu weitaus größeren Flächen, die wir in diesem Jahr bereits gestaltet hatten, brauchte die Gestaltung des Wohnmobils viel mehr Zeit als andere Projekte. In liebevoller Detailarbeit bereicherten wir die Haut des Wohnmobils mit einen spätsommerlichen Motiv.
Die Arbeit bei Capron war eine großartige Zeit, selten haben wir eine so herzliche Atmosphäre in einem so großen Werk erlebt.
Zurück aus Sachsen, zurück auf die Rüstung. Die warme und trockene Jahreszeit neigte sich dem Ende, doch vorher noch ein kurzer Ausflug ins TV.
Für Verona Poths neues TV Format wurden wir nach Neukölln gelockt und zauberten den Kiddies des Hoffnungschimmer e.V. ein standesgemäßes Graffiti auf ihre Wände.
Zeitgleich begannen wir eine kleine Graffiti Workshop Tour zusammen mit AIT & Eternit durch verschiedene deutsche Städte.
Und noch einmal zurück auf die Rüstung. Auf der Fassade der HTM GmbH, die Mutter des Webshops www.getgoods.de hinterließen wir unsere Spuren. Da wir alle Typomanen sind und uns bei Buchstaben schwer einer abgeht, war das Ganze ein sehr schönes Projekt. Wenn auch unter Zeitdruck und erschwerten Wetterbedingungen ließen wir uns den Spaß nicht verderben und zauberten eine schlichte und zeitlose Fassadenwerbung im klassischen Stil.
Von der Rüstung gefallen, zurück nach Berlin ab in den Flieger nach München (Workshop). Bolle kommt mit dem Auto nach, weiter nach Runkel zu den Raab Hockern.
Im Stockcar Mekka von Deutschland angekommen wurden wir in ein Funkloch gesperrt und wir hatten großen Spaß uns auf den Stock Cars von Stefan Raab und Co. auszutoben.
Zwischendurch nach Gießen zu Mister Schnabel und dem Schnabel Racing Team. Dort standen die Hocker des Mister*Lady Team. auch die bekamen von uns eine standesgemäße Lackierung. Auch wenn diese eher zurückhaltend war.
Dann durften wir nochmal nach draußen.
An die neue große Wellblechhalle der Amadeus Group traute sich bis dato kein Beschrifter, Folietyp, etc. Und da sie schon mal da waren, wurden die Typomanen von Xi-Design geholt.
So eine Wellblechhalle ist ja für uns das kleinste Problem. Rein in den Hubsteiger, ab nach oben und in 10 Metern Höhe riesige Buchstaben an die Fassade gebracht. Lief alles prächtig außer dass wir am letzten Tag, nachdem alle bereits Feierabend hatten, wir in 10 Metern Höhe steckenblieben. Der Boden war wohl doch etwas weich und da wir gerade zu Mittag waren, waren wir wohl zu schwer und der Hubsteiger geriet aus der Waage. Und dann geht nix mehr. Runtergekommen sind wir dank eines unbekannten Bauarbeiters der vom gegenüberliegenden Parkplatz unsere Hilfeschreie hörte und das Ding wieder ausrichtete.
So kamen wir noch rechtzeitig nach Schalke, wo wir zusammen mit den Amadeus Leuten ihre und unsere Wochenlange Arbeit an den Stockcar in Rauch aufgehen sahen.
Zurück in Berlin, wieder zurück nach Hessen. Waren wir hier nicht gerade? Was uns vorkam wie ein Déjà-vu war keines, denn nachdem wir die Amadeus Halle auf der langen Seite so klasse beschriftet haben, ließ sich der Chef der Amadeus Group (www.amadeus-group.de) nicht nehmen uns noch einmal nach Hessen zu holen und die beiden Giebel der Halle ebenfalls zu gestalten. War diesmal nicht ganz so hoch und inzwischen sind wir Spezialisten was Wellblechfassaden angeht. Jedoch war das hier das letzte Projekt an der frischen Luft in diesem Jahr.
Die Fassade der Berthold-Brecht-Oberschule mussten wir leider ins nächste Jahr verlegen, da es zu diesem Zeitpunkt bereits unmöglich war im Außenbereich zu arbeiten.
Es war nun Zeit das Jahr abzuschließen und sich auf die neue Saison vorzubereiten.
Außer ein paar kleinerer Airbrush- & Tattooprojekte ließen wir den ersten Schnee kommentarlos an uns vorbeiziehen. Es ist nun Zeit für Urlaub, renovieren und shopping, bevor es im nächsten Jahr wieder losgeht. Ein paar ruhige Tage haben wir uns schließlich verdient.
Alle die es nicht in unserem Jahresrückblick geschafft haben, seit nicht traurig. Wir hatten trotzdem jede Menge Spaß mit euch. Wenn es die Zeit zulässt folgt demnächst noch ein kleines Update mit all unsern Arbeiten aus 2010.
Die drei Schmierfinken von XI-DESIGN wünschen allen Kunden, Freunden, Fans und Hatern einen guten Rutsch… und einen erfolgreichen Start in ZweiElf!!!
















